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Videospiel-Review # 7: Aliens vs. Predator 1 und 2

Videospiel-Review # 7


Alien vs. Predator

Irgendwann Ende der Neunziger, als meine Wenigkeit noch viel zu jung für Shooter war (circa 11-12), überraschte eine Spieleschmiede die wachsene Gamergemeinde mit einer Fusion der beiden mit bekanntesten Außerirdischen, Gigers Alien und Stan Winstons Predator, lange bevor unkreative Filmemacher die Gelegenheit hatten, die armen Viecher zum Frohndienst im Low-Budget-Niveau zu verdonnern. Die Grafik der damaligen Zeit bestand hauptsächlich aus einem Haufen Polygonen mit groben, schmierigen Texturen, bei denen man nur mit Mühe und zusammengekniffenen Augen wirklich erkennen konnte, was manche Dinge überhaupt darstellen sollten. Die Magazine lobten das Spiel damals trotz dieser augenbeleidigenden Tatsache (wir sind heute viel zu verwöhnt) für seine Grafik und die tollen Lichteffekte. Der wichtigste Faktor für seine Popularität war jedoch 1. die Tatsache, dass man die zwei Filmmonster in einem Ego-Shooter abknallen und sogar selbst mimen durfte und es 2. für damalige Verhältnisse ziemlich brutal war.

Man hatte insgesamt drei Charaktere zur Auswahl. Einmal den typischen Ego-Shooter-Dude, den Marine, mit dem aus ALIENS bekannten Bibip-bibip-Tracker und allerlei nützlichen Spielzeugen ausgestattet, die einem aus der Filmreihe bekannt sein dürften, jedoch größtenteils Standart-Ego-Shooter-Waffen (oder solchen, die es heute sind). Als armes, kleines Menschlein ist man in diesem Spiel ziemlich schutzlos, da aus allen möglichen und unmöglichen Ecken Alienhorden hervorkrabbeln, um uns an die Wäsche zu gehen und selten sogar ein Predator aufkreuzt und uns ins (oft tödliche) Kreuzfeuer nimmt. Das Einzige, was den Marine vor dem sicheren Verderben bewahrt, ist der Motion-Tracker. Dieses äußerst nützliche Gerät misst Bewegungen in einem 180 °-Winkel um den Marine herum und kündigt diese mit dem bekannten Laut an. Natürlich ist der Tracker keine Allroundlösung für alle Situationen, denn nicht selten hocken die verdammten Aliens in einer Ecke und warten auf uns. Es ist wichtig, in alle Richtungen zu blicken, und dazu gehören auch die Decke und Wände, denn die Aliens beschränken sich nicht darauf, schnurstracks auf uns zuzurennen. Nützlich für ein sicheres Vorankommen ist der Flammenwerfer, der die Aliens aus ihren Löchern räuchert, bevor sie überhaupt angreifen können. Nichts für Weicheier wie mich, aber hey, ich habs damals sowieso nicht spielen dürfen.
 

Unser zweiter Charakter ist Gigers Alien, für alle, die in Höhlen leben: Ein großes, zweibeiniges, grauschwarzes Biest mit einem bananenförmigen Kopf, langen Klauen, einem peitschenartigen Schwanz und einem zweiten Innenkiefer - beginnt seinen Lebenszyklus als krabbeliger Facehugger, der einen Menschen befällt und dann wenig später einen Chestburster (im wahrsten Sinne des Wortes) auf unschöne Art und Weise entlässt. Als Alien ist man auf Stealth-Mission, denn das schleimige Viech hält Gewehrfeuer nur sehr kurze Zeit stand und kommt nur durch geschicktes Heranpirschen weiter. Dank besserer Sicht im allgegenwärtigen Dunkeln (Menschen sind von einer roten, Predatoren von einer grünen Aura umgeben) und der Kletterfähigkeit macht das Ganze richtig Spaß. Nimm dies, Menschlein! Hiss! Hihi! Interessant ist, dass das Alien gleich einem Gecko an den Wänden krabbeln kann. So führt uns unser Weg schon mal durch Lüftungsschächte oder ganz abenteuerlich an Gebäuden entlang, und vor allem im Kampf mit einem Predator, der blöd genug ist, uns im Nahkampf töten zu wollen, kann man auf diese Weise leicht entkommen.


Unser dritter Charakter ist der Predator, ein humanoider, intergalaktischer Trophäensammler mit einem, ich zitiere, "Pussyface", Infrarotblick, Dreadlocks, quietschegrünem Blut und einem Waffenarsenal, das jeden Soldaten neidisch machen würde. Der Predator ist der wohl politischste Alien aller Zeiten, denn er hat im Dschungel einen mit einer Minigun bewaffneten Gouverneur brutal abgeknallt (Minnesota), einen sich-zur-Wahl-gestellten, aber nicht gewählten Gouverneur Offscreen getötet (dieser Indianer-Dude) und den anderen, wohl bekanntesten, grün und blau geprügelt (Däds reiht!). Ein weiterer hatte in Planung, sich zur Wahl zu stellen. Muss irgendeine magische Zauberwurzel aus dem La-la-Land am Set serviert worden sein, die Leute in Politiker verwandelt...Offenbar hatte der Predator dank Arnies Baumstamm-Angriff eine Epiphanie und sah, dass der Terminator irgendwann zum Vorreiter der Male Pregnancy wird und damit unzählige grausame, Harry Potter-bezogene Girlie-Fantasien inspiriert. Da es außerdem verdammt peinlich ist, vom Kindergarten Cop mit einem verdammten Baumstamm niedergestreckt zu werden und sich mit fluorizierendem Blut vollzusauen, sprengte er sich, Arnie bereits im Voraus für diese idiotische Verkleidung als Frau auslachend, in die Luft. Dank mehreren Sichtmodi, der Fähigkeit zur Tarnung und allerlei nützlichem Gerät, bekannt aus den Filmen, ist man als Predator zumindest beim Kampf gegen Menschen klar im Vorteil. Die Aliens wiederum haben einen schnell überrannt.


Es gab so manches Feature im Spiel, das mir sehr in Erinnerung geblieben ist und über das man bei einem aktuellen wohl sehr schmunzeln würde. So war der Sound ziemlich spartanisch, was sich zum Beispiel darin zeigte, dass man bei keinem der Charaktere Schritte hören konnte. Beim doch recht dürren Alien im Klettermodus könnte man es noch gerade so nachvollziehen, aber dass ein Marine oder sogar Predator elfengleich über den metallenen Boden schwebt, ist doch etwas albern.

Die Waffengeräusche waren leider auch ziemlich harmlos. Aus den Knarren des Marines kam, bei manchen zumindest, nur ein schüchternes Knattern, obwohl es eigentlich richtig aus den Lautsprechern krachen sollte, und aus der Schulterkanone des Predators kam anstatt des typischen KA-WAMM-Lautes nur ein müdes Pfurzen. Der Predator fing übrigens, kaum dass man zum Stehen kam, sofort mit seinem bekannten asthmatischen Geschnurre an, was jedoch in der Nähe befindliche Marines in keinster Weise beunruhigte. Wäre doch ein nettes Gimmick gewesen, wenn sie wenigstens Notiz davon genommen hätten ("Hey Frank, ich glaub hier ist ne Klapperschlange!" ), aber die Programmierung eines solchen Gimmick-Skripts konnte man Ende der 90er anscheinend noch nicht erwarten.

Das Spiel hatte auch, wobei das damals normal war, keine Story. Man lief halt durch den Level und knallte alles ab, was sich einem so in den Weg stellte, und ab und an gab es kleinere Aufträge, aber von einer Story konnte man nun wirklich nicht sprechen. Das einzige, woran ich mich erinnern kann, war ein Kampf als Marine mit der Alien-Königin, und zwar in exakt derselben Situation wie in ALIENS, dann musste man als Predator irgendwo mal Computer zerstören und ebenfalls die Alien-Königin unter stark erschwerten Bedingungen putt machen.

Da das Ganze stellenweise extrem schwer war, war das lustige Ätsch-du-darfst-nicht-speichern-wann-du-willst von damals natürlich ein herber Schlag in die Magengrube und ein Angriff auf das Nervenkostüm des Spielers. Da tat man gut daran, sich einen entsprechenden Patch zu besorgen und diesen Missstand zu beheben.


Das Leveldesign war auch nicht gerade das Gelbe vom Ei. Ewig lang rannte man durch die typischen, metallenen und damit auf Dauer öden ALIEN-Gänge, Außenlevel gab es nur sehr selten und nur hier und da wanderte man durch die Hive der Aliens hindurch. Alles war sehr kantig und grob und vor allem extrem dunkel, sodass man im ewigen Zwist mit den eigenen Augen stand, darum kämpfte, irgendein vielleicht entscheidendes Detail zu erkennen. Leute mit schlechten Augen und ohne Brille auf der Nase waren in diesem Spiel ziemlich aufgeschmissen. Dann gab es noch Stellen, die schlicht unfair waren und an denen man so oft starb, dass man irgendwann keinen Bock mehr hatte und sich die Cheats holte, die man damals sogar noch aktivieren musste (beziehungsweise die Konsole).


Insgesamt war das Spiel so "meh". Nicht schlecht, aber auch nicht herausragend. Aber das war die Zeit, in der Computerspiele noch ein wenig in den Kinderschuhen steckten und Polygone noch glasklar als solche zu identifizieren waren.


Der zweite Teil, der dann 2001 rauskam, entschädigte so manches. Die Grafik hatte sich in der Zwischenzeit sehr weiterentwickelt (ich bin wahrhaft kein Grafikfanatiker, aber dieser Sprung reichte von „kaum erkennbar“ bis „eindeutig erkennbar“, was für mich der Knackpunkt an der Sache ist) und die Spieledesigner kamen auf die Idee, auch Ego-Shootern zumindest eine kleine Rahmenstory zu geben und nicht nur das Ziel "Töte dies und jenes und sammel viele Punkte, döööh."

Und so sieht das Resultat aus:


Als Marine sind wir irgendein Typ namens Frosty (leider kein Schneemann), der seinen Namen in großen Lettern auf der Brust geschrieben hat (wer macht so etwas?), mit seinen Kollegen auf dem Alienplaneten eine spektakuläre Bruchlandung hinlegt und dann...öhm...so mehr oder minder verloren geht. Die Storyline des Marine ist eigentlich recht unspektakulär, außer, dass sie sich grob um die der beiden Außerirdischen herum strickt und eine kleine Pseudo-Romanze beinhaltet (das musste wohl sein, blargh). Was ich den Machern hoch anrechnen muss ist, dass der Aufgesetzte-Coolness-Faktor auf einem geringen Level bleibt, wofür ich verdammt dankbar bin. Was in ALIENS mit echten Schauspielern funktioniert hat, hätte im Spiel albern gewirkt. Schaut euch das Spiel "The Thing" an und ihr seht, was ich meine.

Die Marine-Kampagne ist auf Horror ausgelegt, und besonders am Anfang bekommt man dies zu spüren. Die geskripteten Szenen sind allesamt ausgesprochen cool und auch ohne Feindkontakt unheimlich. So werden wir, wie bereits erwähnt, von der Gruppe getrennt, glauben uns von Aliens angegriffen, haben plötzlich ein Signal auf dem Tracker, obwohl niemand in der Nähe ist (nur ein schwingender Haken, wie sich herausstellt, und nein, keine Angst, es ist nicht Aaron Covenant) und werden fast von einem explodierenden Wagen erfasst, bevor ein toter Marine vom Himmel fällt. Ein charakteristischer, darauf folgender Laut lässt uns ahnen: Der Predator hat die arme Wurst da runter geschubst. Nachdem wir den Berg herauf gekraxelt und weitere, gehäutete Opfer finden, sehen wir uns darin bestätigt - plötzlich kommt die Frage auf, ob man als ersten Gegner ausgerechnet einen Predator erledigen muss (Unreal lässt grüßen). Nur widerwillig betritt man ein Gebäude und sieht schon nach kurzer Zeit, wie sich die drei roten Punkte, das "Fadenkreuz" des Predators, über den Boden bewegen, hören ihn, aber nichts passiert. Wenn man all das zum ersten Mal durchspielt, läuft man von einer Überraschung in die nächste, bewegt sich vorsichtig vorwärts, immer in der Erwartung "jetzt kommt ein Feind". Natürlich ist die Schonfrist für den Spieler nur von sehr kurzer Dauer.

Seines cineastischen Ursprungs gemäß misst sich der Marine natürlich mit der Alienkönigin. Unser "Abgang" am Ende der Kampagne ist echt cool, denn schnödes Totballern der Matriarchin ist nicht, und wir dürfen sogar ein "Vehikel" verwenden.


Ich muss zugeben, die Marine-Kampagne spiel ich nur ungern und meistens mit eingeschalteten Cheats. Nein, nicht weil ich ständig platt gemacht werde, sondern weil ich eine alte Schissmück' bin und selbst bei normalem Feindkontakt im Halbschatten fast aus den Schlappen springe. Die Marine-Kampagne ist nichts für schwache Nerven, denn in jeder noch so unmöglichen Ecke hocken Aliens und warten darauf, uns aufzulauern. Erst einmal im Angriff, schwärmen sie gerne einmal, umkreisen uns und sind schwer abzuschütteln. Dass sie in manchen Situationen mit ihrer grauschwarzen Haut nur schwer zu erkennen sind, erschwert das Ganze noch zusätzlich.


Als Alien beginnen wir als süßes, knuffiges Ei, das beim Transport auf einen Raumgleiter von einem faulen 1-Euro-Jobber, der gerade Feierabend hat, unordentlich an die Kante eines Regals gestellt wird und demzufolge umfällt und das krabbelige Innere freilässt. Der Facehugger gibt richtig süße Laute von sich, so richtig quietschig, dass man ihn fast knuddeln und umarmen will (er uns auch). Wir krabbeln also durch die abwechslungsreiche Gegend, auf der Suche nach einem Opfer für einen SURPRISE FACEHUG. Irgendwann finden wir einen faulen Marine, der in seinem Stuhl eingeschlafen ist. Was danach folgt, will ich nicht unbedingt im Detail schildern, aber ich sag's mal so...wir kriegen Einblicke. Das Spiel ist nicht ohne Grund ab 18, die folgende Szene ist einer der Gründe dafür. Jedenfalls enden wir nach diesem unerwarteten Date mit dem eiskalten Händchen als Chestburster und sind jetzt auf der Suche nach einem saftigen Frühstück.

Und, welch ein Zufall, irgendwer hat die Katze rausgelassen und die suchen wir jetzt, also nichts wie raus aus dem Fenster und hinein ins Getümmel. Sobald die Marines umgangen und die Mieze gefunden und verspeist ist (Off-Screen), streifen wir unsere Chestburster-Haut ab und werden zum großen, fiesen Alien. Zwei Marines finden die zurückgebliebene Haut, die interessanterweise sehr wie ein benutztes Kondom aussieht (XD) und ab dann kann das Vergnügen so richtig losgehen. Als Alien sind wir nach wie vor sehr empfindlich und auf geschicktes Heranpirschen angewiesen. In manchen Situationen muss man sich jedoch einfach durch den Kugelhagel kämpfen, und dank eines sehr effektiven Sprungs, dem ein Marine kaum standhält, ist dies auch durchaus möglich. Nichts desto weniger ist die Alienmission recht frustrierend und erfordert Geduld, häufiges Speichern und eine ruhige Hand, denn auch wenn das Alien einen Fall aus 30 Meter Höhe überlebt, ist ein Industrieventilator eine tödliche Falle, ebenso wie eine Horde Marines, die uns trotz größter Vorsicht immer wieder entdecken oder gar Turrets - diese automatischen Schnellfeuergewehranlagen aus ALIENS. DIE sind definitiv gefährlich.

Irgendwann - in den Cutscenes und manchmal auch im Spiel wird die Story erzählt - treffen wir auf einen Typen namens Dr. Eisenberg, der, und das ist wahr, einhundertprozentig wie Severus Snape aussieht. Dr. Snape hat ne gewaltige Meise und ist der typische böse Typ der in einem bösen Konzern arbeitet und - was sollte er sonst wollen - die Königin fangen will. Im Laufe der Story gelingt dies auch und es ist unser Ziel, die Alte wieder nach Hause zu bringen, die stinkenden Fleischaffen aus unserem Heim zu verjagen und Dr. Snape in den Arsch zu treten.


Die Alienkampagne ist bei weitem nicht so kreislauf-unförderlich wie die des Marines, schließlich mimt man nun selbst das Monster. Die beiden größten Probleme in dieser Kampagne sind die Empfindlichkeit des Aliens sowie die Orientierungs- bzw. Strategie-Herausforderung. Es ist defintiv nicht leicht, sich durch einen Kugelhagel hindurchzukämpfen und ebenso wenig ist es leicht, die Orientierung zu behalten. Das Alien ist verdammt schnell und klettert, wie bereits erwähnt, an Decken und Wänden wie es ihm gerade dünkt. Das haben die Leveldesigner natürlich für sich genutzt, denn nicht selten führt unser einziger Weg durch Lüftungsschächte, vorbei an Industrieventilatoren, durch Kanäle, was auch immer.


Der Predator hat knapp zwanzig Jahre vor dem Zeitpunkt des Spiels auf irgendeinem Planeten nen kleinen Zusammenstoß mit einem Russen namens Rykov gehabt und ihn mit seiner Schulterkanone galant ne Klippe herunter "geschubst". Da schubsen echt gemein und Rykov seitdem ein ziemlicher Krüppel ist, ist er selbst nach so langer Zeit noch angepisst. Was für ein glücklicher Zufall, dass der Predator gerade Urlaub auf LV-wie-auch-immer macht (wobei wir einen Blick auf das verdammt coole Raumschiff werfen dürfen, das im Vorgänger eher wie ein Haufen Hundescheiße ausgesehen hat (ja, im Ernst)). Nachdem wir uns in riesigen, einfach coolen Außenlevels durch Reihen von Marines schlachten und unterwegs ein paar Predator-Buddies treffen, beobachten wir irgendwann Wissenschaftler, die einige der besagten Buddies gefangen (mit einem Stück Käse?) und mitgenommen haben.

Kurzerhand machen wir uns zu einer schwer bewachten Station auf, um dann doch zu spät zu kommen, da die Kitteltypen schon mit dem OP-Besteck am Werke waren. Einige Zeit und etliche tote Wissenschaftler später tappen wir dann in eine Falle hinein und werden mit EMP-Granaten beschossen, was den Predator glatt ohnmächtig umfallen lässt. Rykov taucht auf und verpasst ihm erst einmal einen gepflegten Tritt auf die Zwölf. Anstatt ihm einfach ne Kugel durch die hässliche Birne zu pusten und diesen kindischen Streit zu beenden, lässt Rykov ihn lieber mit aufblühender Beule und all seines Equipments entledigt in eine kyrogene Röhre sperren. Dank eines "Kollegen" wird der Predator dann aus seinem frostigen Dornröschenschlaf geweckt und darf erst einmal sein Zeug zusammensuchen (und ein Grippemittel), bevor er reihenweise Menschen- und Alienärsche tritt. Unser Ziel ist, natürlich, Rykov, der gleichzeitig uns an den Kragen will und ein bisschen...gagga geworden ist.

Die größte Gefahr für den Predator sind Alienhorden, denn die überrennen den etwas lahmarschigen Jäger schnell und da man sich einem Alien im Nahkampf schlecht erwehren kann und die Fernkampfwaffen bei weitem nicht so schnell schießen wie die eines Marines, ist man schnell aufgeschmissen. Mit Marines kann man seinen Spaß haben, denn die können uns im Tarnmodus, anders als die Aliens, nicht sehen und wir sie locker über den Jordan schicken.


Die Predator-Kampagne ist defintiv die "ungruseligste". Gerade am Anfang ist man seinen Gegner herrlich überlegen und kommt an ihnen, sofern man nicht gerade wie Godzilla an ihnen vorbei stampft, sogar ungesehen vorbei. Erst wenn Aliens aufkreuzen wird es etwas ungemütlich, aber so richtig fürchten muss man sich dank der äußerst praktischen Sichtmodi höchstens selten, da die es uns erlauben, unsere Feinde sehr gut zu erkennen. Die automatisch zielenden Waffen und die Selbstheilfunktion (im ersten Spiel waren das übrigens, ich erinnere mich genau, zwei Messer. Ich frag mich bis heute, was die "heilen" sollen) runden das Rundum-sicher-fühlen-Programm ab. Mal ehrlich, muss man sich als bis auf die Zähne bewaffneter Freak mit Selbstheilfunktion wirklich fürchten?


Nur im Multiplayer spielbar, dafür ein (selten auftauchender) Gegner ist das Predalien, ein Alien, das aus einem Predator geschlüpft ist. Sie sind riesengroß, haben Dreadlocks (?), sind relativ langsam, dafür aber elendig stark und harte Gegner. Ich kann mich nur noch an eine Begegnung mit ihnen als Predator auf einer Pipeline erinnern, und da tauchten gleich zwei auf einmal auf und nahmen mich zu allem Übel auch noch von zwei Seiten ins Visier. Gruselige Viecher.


Ebenfalls im Multiplayer spielbar ist der Runner, ein vierbeiniges, rötliches Alien, wie das aus dem dritten Film. Ob sie in den Kampagnen vorkommen, kann ich jetzt ehrlich gesagt nicht beantworten. Sie sind irrsinnig schnell, dafür aber auch empfindlich wie kleine Kätzchen.


Die Grafik ist für heutige Verhältnisse NATÜRLICH nicht mehr so dolle, aber damals war sie 1a. Der Sound war geil, pure Nostalgie, die Musik ist je nach Charakter und Situation passend und stimmig - nicht direkt aus den Filmen, aber ähnlich (gerade als Marine wird einen die Musik in den Wahnsinn treiben), die Charaktere geben endlich Laute beim Gehen von sich (JA, es ist nur ein kleines Feature, aber es hat mich einfach genervt), der Predator hält endlich die Kauleiste geschlossen (außer wenn man BOOM HEADSHOT macht, dann lacht er herzig (Ho ho ho ho), weil das so witzig ist...für ihn) und es wird sogar, hört, hört, einiges gesprochen. Das Ganze ist Nostalgie pur, hier wurden zwei Filmreihen nahezu perfekt miteinander kombiniert und es funktioniert. Die Storyline ist relativ platt, aber hey, es ist ein First-Person-Shooter, was will man da verlangen?


Außerdem hatten weder die Alien- noch Predatorfilme furchtbar komplexe Storylines, letzterer ja am allerwenigsten, aber wie gesagt interessiert das niemanden. Es ist cool, Snape als gestörten Wissenschaftler zu sehen, der die Alienkönigin einfängt und es macht höllischen Spaß, als Marine durch die geskripteten, aber sehr gruseligen Schreckmomente zu laufen, die am Anfang eines Horror-Shooters so üblich sind. Es ist auch cool, als Predator in die schwer bewachte Forschungsstation einzudringen und sich durch Horden von Marines zu metzeln, die einen nicht sehen können (in dieser Kampagne kann man so richtig FIES sein). Es macht auch Spaß, durch die vielen verschiedenen Gebiete im Spiel zu streifen. Anders als im Vorgänger ist durchaus Abwechslung geboten. Ob enorme Außenlevels (selten, aber vorhanden), Alien-Hives, Forschungsstationen, typische ALIENS-Hallen, Transporttunnel mit Schwebebahnen, Industrieanlagen, Höhlen mit gigantösen Knochen, Aufzügen, Flugplätzen, was auch immer, man langweilt sich nicht. Es gibt immer wieder geskriptete Szenen, die man bewundern darf. So sieht man die Gleiter der Menschen in einem Tal vorbeifliegen, hört Wissenschaftler reden oder sieht sie Aliens sezieren, betrachtet seinen Erzfeind durch eine Glaswand, beobachtet ein Predator-Raumschiff, das Plasmakugeln auf einen Gleiter der Menschen schießt (mit einem lustigen POOF POOF-Geräusch, wenn ich mich richtig erinnere) und sieht als Marine, wie die Aliens eine massive Metalltür immer mehr zerbeulen und schließlich zerstören. Gruselig.


Okay, kommen wir zu einer abschließenden Wertung:


AvP Teil 1: 6/10

AvP Teil 2: 9/10


Frage: Warum haben sich die Filmemacher nicht einfach die Lizenz besorgt und den zweiten Teil der Spielereihe verfilmt? Warum? Wenn Uwe Boll einen ultra-trashigen Schrottfilm über Bloodrayne drehen darf, wieso dürfen die das nicht mit diesem hier, bei dem man sich der Zuschauer doch sicher sein kann? Ich habe eine Ahnung. Da wollte jemand kreativ sein, und es ist bös, BÖS in die Hose gegangen. Vielleicht brauchen Alien und Predator eines Tages genau dieselbe Verjüngungskur wie Batman, der auch in etlichen entsetzlichen Filmen geschunden wurde, bis sich jemand erbarmte und die mit Füßen getretene Ehre des Fledermausmannes erneuerte.

Meine Hoffnung ist, dass die Spielereihe fortgesetzt wird. Hier hat es funktioniert, aber ob das nach DIESEN Filmen noch möglich ist, bleibt abzuwarten.

6.10.08 23:22
 


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